15. Oktober 2019

Faraj Bayrakdar

Spiegel der Abwesenheit

Der Syrer Faraj Bayrakdar saß vierzehn Jahre in Gefängnisses des Assad-Regimes. Inhaftiert wegen seines politischen Engagements und wegen se-ner freien Meinungsäußerung. Sein Ausweg war es, im Gefängnis Gedichte in sein Gedächtnis zu schreiben.

Sechseinhalb Jahre wartete er, bis er seine Familie wiedersehen durfte. Er ist ein Dichter, der seine Gedichte auf Zigarettenpapier mit Farbe aus extrahierten Teeblättern schreiben musste und sie aus dem Gefängnis schmuggelte. Eingesperrt und isoliert. Doch all die Jahre in Gefangenschaft raubten Bayrakdar nicht seine Hoffnung auf die Freiheit.

2000 ist Bayrakdar dank einer Amnestie freigekommen. Seit 2005 ist er schwedischer Staatsbürger und ruft in seiner neuen Heimat und auf seinen zahlreichen Lesereisen zur Völkerverständigung, zu gemeinsamen Handeln und gegen Rassismus auf.